Erstellt am Januar 16, 2010 - by admin
PM: Die Uni gehört allen!
Bundesweite Demo am 30.01. in Frankfurt a.M.
Die Studierendenproteste an der Frankfurter Goethe-Uni gehen in die nächste Runde. Nachdem im letzten Jahr die Casino-Besetzung gewaltsam durch die Polizei geräumt wurde und im Anschluss mehrere Wochen Ausnahmezustand an der Uni herrschte, mobilisiert das Protest-Plenum nun zu einer bundesweiten Demonstration. Am 30.01.2010 wird unter dem Motto „Die Uni gehört allen! – Solidarisch für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben“ ab 14h ein Protestzug durch die Frankfurter City demonstrieren. Die Demo startet am Campus Bockenheim und wird auch am I.G.Farben-Campus vorbeiziehen. Die Studierenden veranstalten außerdem bis zum Semesterende jeden Freitag einen Workshoptag im Studierendenhaus.
„Wir betrachten die Ereignisse der letzten Monate in Frankfurt und anderswo nicht als das Werk einiger wild gewordener Präsidien, sondern als Ausdruck einer politischen Entwicklung, die sich derzeit im Bildungssystem und vielen anderen Bereichen der Gesellschaft vollzieht“, so Markus Niemeier, Pressesprecher des Protestplenums. „Der Bolognaprozess ist nicht nur zu kritisieren, weil der workload und der Leistungsdruck zu hoch sind. Er ist ebenso Ausdruck einer überall wachsenden Entdemokratisierung und einer zunehmenden Unterordnung aller Lebenbereiche unter Profitinteressen und Verwertungszwang.“ Die Frankfurter Stiftungsuni und ihr Präsident Müller-Esterl seien Vorreiter einer solchen Entwicklung. „Räumung, Aussperrungen und propagandistische Öffentlichkeitsarbeit sind Ausdruck einer undemokratischen Universität, in der Studierende entmündigt werden, während der Einfluss von Wirtschaftsinteressen institutionalisiert wird“, so der Sprecher weiter.
Die Studierenden sehen dabei ihren eigenen Konflikt im Kontext gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen. Überall seien Menschen von Ausschließung, Selektion, Konkurrenz und undemokratischen Verfahren betroffen und protestierten dagegen. Im Aufruf zur Demo heißt es daher u.a.: „Dabei verweisen all diese Proteste auf die Möglichkeit einer gemeinsamen Forderung: Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich nach den Menschen zu richten, nicht nach Profitinteressen. Die Organisierung der Gesellschaft muss von den Menschen selbst bestimmt sein. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir genau dies als gemeinsames Ziel formulieren und erkämpfen.“ Die Demonstration richte sich daher nicht nur an Studierende, Lehrende und Schüler_innen, sondern ebenso an Lohnarbeiter_innen, Erwerbslose, Migrant_innen „und viele andere“, so Niemeier.
Magda Nussbaum, Pressesprecherin des Protest-Plenums, erklärte abschließend: „Neben unseren allgemeinen Inhalten haben wir jedoch keinesfalls vergessen, was letztes Jahr an der Frankfurter Uni passiert ist. Müller-Esterl soll endlich die Konsequenzen aus seiner autoritären und rechtslastigen Politik gegen kritische Studierende und Lehrende ziehen. Das er die Anzeigen immer noch nicht zurückgenommen hat, verdeutlicht einmal mehr, dass er bei seinem Hardlinerkurs auch nicht davor zurückschreckt, die letzten demokratischen Gremien der Universität zu missachten “ Der Senat der Goethe-Uni hatte den Präsidenten vor den Weihnachtsferien zur Rücknahme der Anzeigen aufgefordert. „Der Protest gegen das Präsidium wird auch im neuen Jahr weitergehen!“
Weitere Infos und den Aufruf finden Sie auf der Kampagnenseite www.unigehoertallen.tk, sowie weiterhin auf www.bildungsstreik-ffm.de (hier ist auch das Workshopprogramm einzusehen) . Wir sind außerdem ab sofort wieder unter 01522-59 73 945 zu erreichen.





