Erstellt am Januar 22, 2010 - by akinfo
Bologna … und jetzt?!
Diskussionsveranstaltung der Fachschaft Gesellschaftswissenschaften
In ganz Europa protestieren Student_innen gegen die Studienbedingungen an den Hochschulen und die Neubestimmung von Hochschulbildung, die im Rahmen des Bologna-Prozesses umgesetzt wurden. Auf einmal passiert das, womit protestierende Student_innen nicht gerechnet hätten: Von allen Seiten wird zugestimmt, dass es Handlungsbedarf gebe. Die Kultusministerkonferenz (KMK) lässt verlautbaren, dass die »ländergemeinsamen Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Master-Studiengängen« überarbeitet werden müssten. Bundesbildungsministerin Annette Schavan hält eine Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses für geboten.
Die KMK veröffentlicht eine ganze Liste von notwendigen Verbesserungen. Von der Studierbarkeit über die Wissenschaftlichkeit bis hin zur Anerkennung müssten fast alle Neuerungen überarbeitet werden, die im Rahmen der neuen Studienstruktur eingeführt wurden. Annette Schavan äußert sich moderater und will die Erfolge betont wissen. Darüber hinaus stellt sie fest, dass niemand die Bologna-Reform abschaffen wolle.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob dem wirklich so ist. Ist die Bologna-Reform noch zu retten? Muss der Schritt zurück gefordert werden? Oder ist es sogar notwendig der alles umwälzenden Bologna-Reform eine weitere grundlegende Erneuerung des Hochschulsystems folgen zu lassen? Um diese Fragen beantworten zu können, ist es notwendig sich darüber im Klaren zu sein, was es eigentlich bedeutet vom Bologna-Prozess zu sprechen. Wie sieht die konkrete Umsetzung in den Hochsch ulen aus? Geht es dabei ›nur‹ um eine Erneuerung der Studienstruktur oder müssen die Bologna-Reformen im Zusammenhang mit anderen Veränderungen betrachtet und diskutiert werden? Welche Rolle spielt bspw. die Zentralisierung der Verwaltungsstrukturen innerhalb der Hochschulen? Welche Folgen hat die Verschulung des Studiums für Wissenschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft?
Die Fachschaft Gesellschaftswissenschaften lädt ein, um diese Fragen zu diskutieren. Eingeladen sind dazu Kendra Briken (Wissenschaftliche Assistentin), Martin Schuhmann (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, stellv. Mitglied des Senats der Goethe-Universität), Tanja Brühl (Professorin am FB Gesellschaftswissenschaften, amtierende Studiendekanin) und Gerd Köhler (Mitglied des Hochschulrats der Goethe-Universität). Geplant ist keine klassische Podiumsdiskussion, vielmehr sollen alle Interessierten die Inhalte der Veranstaltung mitgestalten.
26. Januar 2010
19:30 Uhr
Kommunikationszentrum (KoZ) im Studierendenhaus
Campus Bockenheim





