Erstellt am April 15, 2010 - by akinfo
Demoaufruf 30.4.
Der Stress an den Hochschulen, die Missstände im gesamten Bildungsbereich sind sichtbar geworden in anhaltendem Protest.
Und es gibt ein Bewusstsein dafür, dass es sich bei Anwesenheitslisten, Zunahme des Prüfungsdrucks, Ausweitung und Verschärfung aller möglichen Kontrollen, Rangeleien um Studienplätze und Lehrmittel, Konkurrenzdruck und unsicheren Zukunftsperspektiven um oberflächliche Probleme handelt. Alle dies sind Ausdrücke eines zu Grunde liegenden Systems, das fortwährend Krisen produziert, überall wo seine Logik greift.
Privatisierungen im Bildungssektor (zum Beispiel Stiftungsuni) führen dazu, dass die Gesetze der freien Marktwirtschaft nun auch in Schulen und Unis herrschen.
Als Begründung muss die „schlechte Finanzierung des Bildungswesens“ herhalten, aber die Ökonomisierung ist keine notwendige Folge: es ist eine gewollte und begrüßte Entwicklung im Sinne und Vorteil einer Minderheit von Wirtschafts – und Politeliten.
Die Kultusminister_innenkonferenz, das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), die Hochschulrektoren_innenkonferenz, die European University Association planen seit Jahren die Abwrackung der Hochschulbildung, deren Durchführung den Hochschulen und ihrer Organe überlassen wird.
Die Folgen sind im Bildungssystem deutlich spürbar.
Studienzeiten sollen verkürzt werden, um Studierende möglichst schnell für den Arbeitsmarkt verwertbar zu machen.
Ständige Lehrevaluationen der Lehrenden, denen die Lernenden nun als „Kunden“ gegenüber treten, sollen zur Unmündigkeit und vor allem zum KonsumentSein erziehen. Gefördert wird ein Denken, das Wert nur da sieht, wo Geld bezahlt wird.
Gesellschaftlich bestehende soziale Ungleichheiten werden weiter verschärft. Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten, die trotz der Widrigkeiten des dreigliedrigen Schulsystems Hochschulzugang erhalten, werden direkt vor die nächsten Hürden gestellt. Wer von Hause aus wenig Geld hat und neben dem Studium arbeiten muss, hat kaum eine Chance unter dem zeitlichen Druck das Studium genau so erfolgreich zu beenden wie Studen_innen aus finanziell gesicherten Verhältnissen. Gleiches gilt für Studierende mit Kindern, zeitaufwändigen Interessen oder politischem Engagement.
Kapitalistisches Konkurrenzdenken wird an allen Ecken gefördert und etabliert. Beim Kampf um Lehrmittel und Masterplätze wird verinnerlicht, dass man nur eine Chance hat, wenn sie anderen genommen wird.
Auch in der Uni nun also überall kapitalistische Ideologie, Gerede von Elite, Mythen des sozialen Aufstieges für jeden, der zur Leistung bereit ist, der es „wirklich“ will.
Flankiert von der massenmedialen Inszenierung von Konsum als Glück, der Verherrlichung des „survival of the fittest“ –Prinzips (in Gameshows, DSDS, Bauer sucht Frau etc) ist das Bildungssystem nunmehr fester Bestandteil der gesamten Verblödungsmaschinerie.
Diese legitimiert eine Ellebogengesellschaft, die im ständigen Kampf aller gegen alle entfremdet und menschliche Bedürfnisse und Beziehungen in den Hintergrund treten lässt.
All dies dient einer immer stärker werdenden Stabilisierung eines Systems, von dem Wenige profitieren, dass die Mehrheit unterwirft, und global Leid, Hunger und immer neue Krisen produziert!
Reformen der Reformen sind fürn Arsch – wir müssen das System zerbrechen. Bis die Scheiße aufhört!
Wir solidarisieren uns daher mit den Zielen der Demo „Endlich wird die Arbeit knapp…Kapitalismus Abschaffen!“ am 30.04.10 um 19 Uhr an der Galluswarte und rufen gemeinsam zur Teilnahme auf






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April 16, 2010
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Hi!
Ihr schreibt zwar “Kultusminister_innenkonferenz”, aber auf der anderen Seite “Hochschulrektorenkonferenz”. Ihr wollt doch damit bestimmt nicht sagen, dass Frauen keine Hochschulrektorinnen werden können, oder? Bitte ändert das doch noch!
Feministische Grüße,
Fee
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April 18, 2010
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korrigiert…die selbstbezeichnung der kmk und der hrk benutzen allerdings das generische maskulin
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April 26, 2010
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[...] Ganze Protestplenum Free Class [...]